Musik LK, 2. Leiste, Herr Segner

Der Musik LK
von links nach rechts: Herr Segner, Lena Zukowski, Katharina Schulze-Falck, Andreas Beher. Vierter von rechts: Philipp Giller


Heldenmut



Wir schreiben das Jahr 2000. Dies ist die Geschichte der vier jungen, dynamischen und leistungsstarken Schülern, die auszogen, das Fürchten zu lernen. Am geeignetsten hierfür erschien ihnen der Musik Lk unter der Leitung von Herrn Segner.
Ihre Hoffnungen sollten nicht enttäuscht werden, schon nach der ersten Kursarbeit stand ob des erschreckend niedrigen Leistungsstandes fest, dass die Wahl weise getroffen war. Die schlimmsten Erwartungen des Lehrers immer wieder untertreffend, gelang es ihnen das Leistungsniveau des Kurses immer mehr an das ihre anzugleichen. Ob dieser erschreckenden Tatsache, wurde als administrative Bestrafung das Pensum an Kurstreffen von Herrn Segner auf Null gesetzt und die „Fünf-Minuten-Pause“ ersatzlos gestrichen. Trotz dieser harten Maßnahme, gaben die vier ihren aussichtslosen Kampf nicht auf. Unterstützung erhielten sie nach dem Verlust einer amerikanischen Austauschschülerin, die unter dem Druck in ihre Heimat floh, erst zu Beginn der dreizehnten Klasse durch die Nachwuchshelden aus der zwölften Klassen. Diese schlugen alle Warnungen ihrerseits in den Wind, um sich ein eigenes Bild des Kurses zu verschaffen.
Die gemeinsame Abenteuerlust des nunmehr ganze 10 Helden starken Kurses gipfelte in einer todesmutigen Exkursion in das ferne Wien. Nach der beschwingten Bahnfahrt machten sich einige der Helden direkt am Bahnhof, zu einer kurzen Treibjagd nach verschrecktem Großwild auf, welches wider Erwarten aus dem Zug sprang und in die weiten Verzweigungen des Bahnhofs floh.
Das nächste Ziel der Helden war, den Kampf gegen Schnitzel zu bestehen, welche meist den Helden hinter sich verbargen. Gestärkt durch den ausgiebigen Genuss von Schnitzel, wagte sich der Kurs nunmehr allabendlich seine Standhaftigkeit in einer dreistündigen Oper auf die Probe zu stellen.
Des Tages versuchte Herr Segner, dem Kurs kulturelle Werte und Bildung zu vermitteln, was nicht ohne Erfolg blieb. Immerhin 90% der Schüler waren nach der Wien Exkursion im Stande, ein Doppelkopf Blatt zu halten, es zu sortieren, sowie den Ansatz eines Spiels damit zu wagen. Die Helden, allmählich durch die Strapazen des Unterrichts ermüdet, fingen nunmehr an, den Stoff des Unterrichts im Halbschlaf aufzunehmen. Diesen unhaltbaren Zustand versuchte Herr Segner in einem letzten Aufbäumen gegen die zehnfache Übermacht der Helden, durch das Herbeirufen einer zweiten Lehrkraft zu kompensieren. Doch aus dem Versuch der beiden Lehrer, den Kurs gemeinsam zu bändigen, entwickelte sich durch ständig modulierende Themen eine spannungsreiche Komposition.
Nun da die Helden das Fürchten gelernt haben, schauen sie auf zwei „leerreiche“ Jahre unentwegten Kampfes zurück.

Katharina Schulze-Falck