Kunst LK, 2. Leiste, Frau Völker

Der Kunst LK
links hinten: Franziska Sangals, rechts hinten: Anabell Dinges, Mitte vorne: Sonja Daasch


Kuchen und Tee ?



Mit der Wahl des Leistungskurses Kunst, die von einigen Mitschülern belächelt wurde, begaben wir uns vertrauensvoll in die Hände des Schulsystems der Dilthey; dass dies keine schlechte Entscheidung war, zeigte sich äußerst schnell. Dreimal in der Woche machten sich drei mutige Schülerinnen ( Sonja Daasch, Anabell Dinges und Franziska Sangals) auf den Weg zu diesem abgrundtief hässlichen Betonklotz oberhalb unserer Schule (jedoch ein Meisterwerk der Architektur). Anfangs war der „Aufstieg“ sehr mühsam, da wir zunächst immer wieder auf massiven Widerstand stießen. (Das Prinzip der Diltheytüren ist ein Phänomen für sich.) Doch nach knapp zwei Jahren haben wir dann endlich begriffen, dass man die verglasten Zwischentüren nur durch ziehen öffnen kann. Eine weitere Hürde war die wöchentliche Suche nach einem der fünf verschiedenen Klassenräume, die Herr Völker nach Belieben zu wechseln pflegte.(Dieses Unternehmen zeigte sich im labyrinthischen Schulgebäude als äußerst beschwerlich.)
Hatten wir es dann doch geschafft unseren Kurs zu finden, erwartete uns ein abwechslungsreicher und für uns „Leibnizer“ ein eher ungewohnter (aber positiv ungewohnter) Unterricht. Herr Völker, der es verstand den Unterricht locker und trotzdem produktiv zu gestalten, legte den Schwerpunkt des Unterrichtes auf die Praxis; das hieß, dass wir nicht pausenlos Referate hörten, was für uns im Kunstunterricht eine ganz neue Erfahrung war.( Unter anderem besprachen wir die Themen Architektur, Bildende Kunst und Photographie.)
Mit nur acht Schülern (im zweiten Jahr nur sieben) bildeten wir eine, in Leibnizmaßstäben, extrem kleine Gruppe, die den Namen „Leistungskurs“ wirklich verdiente. Mit der kleinen Anzahl von Schülern, um die Herr Völker oft im Lehrerkollegium beneidet wurde, war sowohl ein intensiver und individueller ( für den Schüler nicht immer vorteilhafter ) Unterricht, als auch zahlreiche Ausflüge und Messebesuche, vor allem nach Frankfurt, möglich. Entgegen aller Vorurteile entpuppten sich unsere Diltheymitschüler weder als merkwürdig noch als müsliriegel- und ökoapfelsüchtig, sondern als richtig nette und „normale“ Menschen. Mit der Zeit sind wir zu einem richtig geselligen Kurs zusammengewachsen und es kann gesagt werden, dass wir eine schöne gemeinsame Zeit hatten.
Schwere Zeiten haben wir auf unsere Art gelöst, was zeitweise auf Unverständnis einiger Leibnizer stieß, welches sich in neidvollen Blicken und gar bösartigen Bemerkung äußerte. Dabei haben wir uns nur die Konzeptionsphase mit Kuchen und Tee „versüßt“.
Das hieß aber auch, dass die praktische und meist sehr zeitaufwendige Umsetzung unserer Projekte zu Hause erledigt werden musste.
Zu erwähnen sind noch die immer wieder auftretenden Versuche des Herrn Völker, bei einer im Kurs zu erkennenden Schaffenskrise, unsere Kreativität zu steigern. Meist gelang es ihm auch, da seine Faszination für die Formbarkeit einer Alufolie oder das strahlende Gelb einer Sonnenblume, allgemeine Heiterkeit im Kurs auslöste.
Insgesamt war es auf jeden Fall eine gute Wahl. Auch wenn uns die praktischen Arbeiten manchmal bis zur Verzweiflung getrieben haben und die endlosscheinenden Gespräche über Aussage und Absichten von Künstlen manchmal zu keinem wirklichen Ergebnis führten, konnten wir doch einiges, manche sogar für das zukünftige Studium, mitnehmen.

Franziska Sangals
Anabell Dinges